Wer kennt es nicht: Man sitzt mitten in einer wichtigen Präsentation, der Chef hört zu, potenzielle Kunden sind zugeschaltet – und plötzlich verhält sich Microsoft Teams seltsam. Die Anwendung scheint zu stocken, Benachrichtigungen über Updates tauchen auf, und die Sorge steigt, dass gleich etwas schiefgehen könnte. Obwohl Microsoft Teams so konzipiert ist, dass Updates normalerweise nicht während aktiver Meetings durchgeführt werden, gibt es dennoch Situationen, in denen technische Probleme auftreten können – besonders wenn Updates längere Zeit aufgeschoben wurden.
Wie Teams mit Updates umgeht
Microsoft Teams gehört zu jenen Anwendungen, die standardmäßig im Hintergrund nach Updates suchen und diese auch automatisch installieren. Das klingt zunächst praktisch, denn niemand will manuell nach Aktualisierungen fahnden. Die gute Nachricht: Teams nutzt Side-by-Side-Installationsverfahren, was bedeutet, dass die neue Version bereits im Hintergrund heruntergeladen und vorbereitet wird, während Sie noch mit der aktuellen Version arbeiten. Der eigentliche Wechsel zur neuen Version erfolgt erst, wenn Sie Teams beenden und neu starten – theoretisch also außerhalb Ihrer aktiven Nutzungszeit.
Dennoch können Probleme auftreten, insbesondere wenn Updates über einen längeren Zeitraum nicht installiert wurden. In solchen Fällen kann die Anwendung instabil werden oder unerwartetes Verhalten zeigen. Wer seinen Computer wochenlang nur in den Ruhezustand versetzt, ohne ihn neu zu starten, sammelt mehrere ausstehende Updates an, die irgendwann installiert werden müssen. Und das kann genau im falschen Moment passieren.
Der häufigste Fehler bei Microsoft Teams
Viele Nutzer machen den Fehler, Benachrichtigungen über verfügbare Updates einfach wegzuklicken und zu ignorieren. Die automatischen Updates sind zwar aktiviert, aber wenn die Anwendung nie geschlossen wird, können diese nicht installiert werden. Besonders kritisch wird es, wenn sich über Wochen mehrere Updates ansammeln und dann alle auf einmal verarbeitet werden müssen.
Microsoft rollt Updates für Teams kontinuierlich aus. Tatsächlich updates zweimal monatlich, manchmal sogar häufiger. Diese Updates betreffen Sicherheitspatches, neue Features oder Verbesserungen der Leistung. Irgendwann erreicht die Software einen Punkt, an dem die Installation nicht mehr aufgeschoben werden kann – und dann kann es zu Stabilitätsproblemen kommen, die im ungünstigsten Moment auftreten.
Die Desktop-App regelmäßig neu starten
Die einfachste und wirksamste Methode, um Probleme zu vermeiden, ist das regelmäßige Beenden und Neustarten von Teams. Dadurch geben Sie der Anwendung die Möglichkeit, ausstehende Updates zu installieren. Idealerweise sollte dies täglich geschehen, mindestens aber mehrmals pro Woche. Wenn Sie Ihren Computer am Ende des Arbeitstages herunterfahren statt ihn nur in den Ruhezustand zu versetzen, erledigt sich dieses Problem von selbst.
Eine bewährte Strategie ist es, Teams etwa fünfzehn Minuten vor kritischen Meetings komplett neu zu starten. Diese Empfehlung stammt direkt von Microsoft und stellt sicher, dass alle verfügbaren Updates bereits installiert sind und die Anwendung mit der neuesten stabilen Version läuft. Dieser proaktive Ansatz nimmt nur wenige Minuten in Anspruch, kann aber den Unterschied zwischen einem reibungslosen Meeting und technischen Schwierigkeiten ausmachen.
Windows-Update-Einstellungen richtig konfigurieren
Da Teams eng mit dem Windows-Betriebssystem verzahnt ist, lohnt sich auch ein Blick in die Windows-Update-Einstellungen. Unter Windows 10 und 11 können Sie Nutzungszeiten festlegen, während derer das System keine automatischen Neustarts durchführen soll. Das schützt zwar nicht direkt vor Teams-Updates, verhindert aber, dass Windows selbst während Ihrer Arbeitszeit einen Neustart erzwingt.

Gehen Sie dazu in die Windows-Einstellungen, wählen Sie Update und Sicherheit und dann Nutzungszeiten ändern. Legen Sie hier Ihre typischen Arbeitszeiten fest – Windows wird außerhalb dieser Zeitfenster Updates installieren. Diese kleine Anpassung kann bereits viel Frust ersparen.
Die Browser-Version als clevere Alternative
Was viele nicht wissen: Teams funktioniert auch hervorragend im Browser, ohne Installation einer Desktop-App. Die Web-Version hat den Vorteil, dass sie keine lokalen Updates benötigt, die einen Neustart erfordern würden. Microsoft aktualisiert die Web-Anwendung serverseitig, ohne dass Ihre aktive Sitzung unterbrochen wird.
Für besonders wichtige Meetings kann es sinnvoll sein, parallel zur Desktop-App auch die Browser-Version geöffnet zu haben. Sollte die Desktop-Anwendung wider Erwarten Probleme machen, können Sie innerhalb von Sekunden über den Browser wieder ins Meeting einsteigen. Diese Redundanz gibt Ihnen ein beruhigendes Sicherheitsnetz.
Was tun bei technischen Problemen während eines Meetings
Sollte Teams trotz aller Vorkehrungen während eines Meetings Probleme machen, bewahren Sie Ruhe. Die meisten modernen Versionen von Teams bieten eine Funktion zum automatischen Wiederverbinden, die Sie nach einem Neustart direkt zurück ins Meeting bringt. Dennoch sollten Sie einen Plan B haben.
Informieren Sie wichtige Meeting-Teilnehmer vorab über alternative Kontaktmöglichkeiten – sei es eine Telefonnummer, eine E-Mail-Adresse oder ein Backup-Meeting-Link über ein anderes Tool. Professionelle Meeting-Organisatoren haben immer einen Notfallplan in der Tasche. Halten Sie außerdem die Mobilversion von Teams auf Ihrem Smartphone bereit. Falls die Desktop-Version streikt, können Sie sich schnell über Ihr Handy ins Meeting einwählen und zumindest die Audio-Verbindung aufrechterhalten, während Sie das Problem am Computer beheben.
Langfristige Strategien für stabiles Arbeiten
Die beste Lösung ist ein durchdachtes Update-Management. Planen Sie regelmäßige Wartungsfenster ein – beispielsweise jeden Freitagabend oder am Wochenende – in denen Sie bewusst alle Updates installieren und Ihren Computer neu starten. Das gilt nicht nur für Teams, sondern für alle geschäftskritischen Anwendungen. Diese Routine stellt sicher, dass Ihre Software immer auf dem neuesten Stand ist und Sie während der Arbeitswoche nicht von ausstehenden Updates überrascht werden.
In größeren Organisationen sollten IT-Administratoren zentrale Richtlinien für Teams-Updates festlegen. Über das Microsoft 365 Admin Center oder Gruppenrichtlinien lässt sich steuern, wann und wie Updates ausgerollt werden. Ideal ist ein gestaffelter Ansatz: Updates werden zunächst an eine Testgruppe verteilt, bevor sie unternehmensweit verfügbar werden.
Nutzen Sie außerdem die Kalender-Integration von Teams. Wenn in Ihrem Outlook-Kalender wichtige Meetings eingetragen sind, können Sie sich angewöhnen, vor diesen Terminen routinemäßig Teams neu zu starten. Einige Unternehmen setzen dafür spezielle Skripte ein, die Nutzer vor wichtigen Terminen automatisch an einen Neustart erinnern. Mit diesen Strategien gehören technische Unterbrechungen der Vergangenheit an, und Sie können sich voll auf den Inhalt Ihrer Meetings konzentrieren – genau so, wie es sein sollte.
Inhaltsverzeichnis
