Wenn die Weihnachtsdeko verpackt ist und der Januar mit seinen kurzen Tagen Einzug hält, sehnen sich viele Familien nach einem Tapetenwechsel – aber bitte ohne das Reisebudget zu sprengen. Genau jetzt ist der perfekte Moment, um Leiden zu entdecken, eine der charmantesten Städte der Niederlande, die im ersten Monat des Jahres ihre ganz eigene Magie entfaltet. Während andere Reiseziele entweder überlaufen oder wetterbedingt weniger einladend sind, präsentiert sich diese historische Universitätsstadt als Geheimtipp für Familien, die Kultur, Geschichte und holländische Gemütlichkeit zu erschwinglichen Preisen suchen.
Warum Leiden im Januar eine kluge Wahl für Familien ist
Die Stadt, in der Rembrandt geboren wurde und die älteste Universität der Niederlande ihren Sitz hat, verwandelt sich im Januar in ein ruhiges Refugium abseits der Touristenströme. Die Hotelpreise sinken deutlich – wo im Sommer eine Übernachtung schnell 120 Euro kostet, findet man jetzt familienfreundliche Unterkünfte bereits ab 60 bis 80 Euro pro Nacht. Die Grachten spiegeln den winterlichen Himmel, und in den zahlreichen Museen und Indoor-Attraktionen lässt sich die niederländische Kultur hautnah erleben, ohne in Menschenmassen unterzugehen.
Die Nähe zu Deutschland macht Leiden besonders attraktiv: Von Köln oder Düsseldorf erreicht man die Stadt mit dem Auto in etwa drei Stunden, und wer mit der Bahn anreist, profitiert von den günstigen Sparpreisen, die oft schon ab 20 Euro pro Person zu haben sind. Für Familien mit mehreren Kindern lohnt sich die Autofahrt besonders, zumal das Parken außerhalb des Zentrums mit etwa 8 bis 12 Euro pro Tag bezahlbar bleibt.
Durch Grachten und Geschichte schlendern
Leidens historisches Zentrum ist ein Freilichtmuseum für sich. Die verwinkelten Gassen, die sich zwischen den Grachten schlängeln, erzählen Geschichten aus dem Goldenen Zeitalter. Das Besondere: Fast alle Sehenswürdigkeiten liegen so nah beieinander, dass man sie zu Fuß erkunden kann – eine Wohltat für den Geldbeutel und die Familienlogistik. Die Stadt hat über 2.800 Gedenksteine an ihren Hauswänden, sogenannte Gevelsteen, die wie eine Schnitzeljagd durch die Geschichte wirken und Kinder faszinieren.
Ein Spaziergang zur Burcht, der alten Festungsanlage mitten in der Stadt, kostet keinen Cent und bietet einen herrlichen Blick über die Dächer Leidens. Der Aufstieg auf den künstlichen Hügel macht auch den Kleinsten Spaß, und oben angekommen, lässt sich die Stadtgeographie wunderbar überblicken. Von hier sieht man beide Arme des Rheins, die sich durch die Stadt schlängeln, sowie die markanten Kirchtürme, die das Stadtbild prägen.
Museen, die Klein und Groß begeistern
Im Januar, wenn das Wetter launisch sein kann, sind die Museen Leidens wahre Schätze. Das Naturkundemuseum beherbergt eine der besten naturhistorischen Sammlungen Europas und kostet für Erwachsene etwa 12 Euro, während Kinder oft ermäßigt oder sogar kostenfrei eintreten. Die Dinosaurierskelette und die interaktiven Ausstellungen zur Evolution fesseln Kinder jeden Alters stundenlang.
Das Völkerkundemuseum nimmt Familien mit auf eine Weltreise, ohne dass man dafür ins Flugzeug steigen muss. Mit ähnlichen Eintrittspreisen bietet es eine beeindruckende Sammlung aus allen Kontinenten. Besonders die japanischen und indonesischen Sammlungen sind herausragend und vermitteln spielerisch kulturelles Wissen.
Ein echter Geheimtipp ist das Mühlenmuseum, das in einer noch funktionierenden Windmühle untergebracht ist. Der Eintritt ist deutlich günstiger als in den großen Museen – oft um die 5 Euro für Erwachsene – und Kinder können sehen, wie früher Mehl gemahlen wurde. An bestimmten Tagen dürfen die kleinen Besucher sogar selbst Hand anlegen.
Spartipp für Museumsliebhaber
Wer mehrere Museen besuchen möchte, sollte nach Kombitickets fragen. Viele Institutionen bieten Familienkarten an, die deutlich günstiger sind als Einzeltickets. Zudem haben Kinder unter vier Jahren in den meisten niederländischen Museen freien Eintritt, und viele Einrichtungen bieten spezielle Familientarife, die sich bereits ab zwei Kindern lohnen.
Essen und Trinken ohne Budgetsprengung
Die niederländische Küche ist herzhaft und perfekt für kalte Januartage. Auf den Märkten, die auch im Winter mehrmals wöchentlich stattfinden, findet man frisch zubereitete Poffertjes – kleine fluffige Pfannkuchen mit Puderzucker – für etwa 4 bis 5 Euro pro Portion, die locker zwei Kinder satt macht. Die Stroopwafels, warm vom Marktstand, sind für rund 2 Euro ein süßer Snack zwischendurch.
In den zahlreichen Bäckereien und Imbissen bekommt man belegte Brötchen bereits ab 3 Euro, und die typischen Kroketten aus dem Automaten – ein echtes niederländisches Erlebnis – kosten nur etwa 2,50 Euro. Diese Snackautomaten finden sich überall in der Stadt und sind bei Kindern besonders beliebt, da das Essen aus der Wand kommt.

Für eine warme Mahlzeit empfehlen sich die studentisch geprägten Lokale rund um die Universität. Hier gibt es einfache, aber schmackhafte Gerichte für 8 bis 12 Euro. Eine große Portion Pommes Frites mit verschiedenen Saucen teilt sich die Familie für etwa 6 Euro, und die Qualität ist erstklassig – schließlich haben die Niederländer die Kunst der perfekten Fritten perfektioniert.
In den Supermärkten, die zentral gelegen sind, lassen sich Picknicks für den Tag zusammenstellen. Brot, Käse und die beliebte Hagelslag – Schokoladenstreusel, die aufs Brot kommen – kosten zusammen keine 10 Euro und reichen für mehrere Mahlzeiten. Viele Parks und öffentliche Plätze laden zum Verweilen ein, selbst im Januar, wenn man sich warm einpackt.
Praktische Fortbewegung in und um Leiden
Das Fahrrad ist in den Niederlanden König, und Leiden macht da keine Ausnahme. Fahrradverleihe gibt es an mehreren Stellen in der Stadt, und ein Tag kostet etwa 8 bis 12 Euro pro Rad. Viele Verleihstationen bieten auch Kindersitze und Anhänger an. Die Stadt ist flach wie ein Pfannkuchen und perfekt für gemütliche Familienausflüge auf zwei Rädern ausgelegt.
Wer lieber zu Fuß unterwegs ist, kommt in Leiden bestens zurecht. Das Zentrum ist kompakt, und die meisten Attraktionen erreicht man in maximal 15 Minuten Fußweg. Für Ausflüge in die Umgebung – etwa zum nahegelegenen Keukenhof-Gelände oder an die Küste – bieten sich die öffentlichen Verkehrsmittel an. Eine Tageskarte für die gesamte Region kostet etwa 15 Euro für Erwachsene, Kinder fahren vergünstigt, und am Wochenende gibt es oft Gruppentarife, die sich für Familien rechnen.
Unterkunft mit Familienflair
Im Januar sinken die Übernachtungspreise merklich. Ferienwohnungen sind oft die beste Wahl für Familien, da sie Platz, eine Küche zum Selbstkochen und oft einen günstigeren Preis als Hotels bieten. Eine Zweizimmerwohnung in Zentrumsnähe ist ab etwa 70 Euro pro Nacht zu finden, was bei einem dreitägigen Aufenthalt deutlich günstiger ist als separate Hotelzimmer.
Wer Hotels bevorzugt, findet etwas außerhalb des historischen Kerns budgetfreundliche Optionen. Familienzimmer gibt es ab circa 80 Euro, und das niederländische Frühstück – reichhaltig mit Käse, Schinken, Eiern und verschiedenen Brotsorten – ist oft im Preis inbegriffen und spart die erste Mahlzeit des Tages.
Hostels mit Familienzimmern sind eine weitere Alternative und kosten häufig nur 50 bis 60 Euro pro Nacht. Die Atmosphäre ist ungezwungen, man trifft andere Reisende, und die Gemeinschaftsküchen erlauben zusätzliches Sparen beim Essen.
Ausflüge in die winterliche Umgebung
Von Leiden aus erreicht man die Nordseeküste in nur 20 Minuten. Die Strände bei Katwijk oder Noordwijk sind im Januar menschenleer und bieten ein einzigartiges Naturerlebnis. Der Wind pustet den Alltagsstress weg, und die Kinder können nach Herzenslust Muscheln sammeln. Der Parkplatz kostet im Winter oft nur 3 bis 4 Euro für den ganzen Tag.
Auch die Blumenzwiebelfelder der Umgebung haben ihren Reiz, auch wenn im Januar noch nichts blüht. Die weiten Landschaften, durchzogen von Kanälen und historischen Windmühlen, sind ideal für Radtouren. Entlang der Routen finden sich immer wieder kleine Dörfer mit traditionellen Hofläden, wo man regionale Produkte zu fairen Preisen kaufen kann.
Was macht den Januar besonders
Der Januar in Leiden bedeutet Entschleunigung. Die Stadt zeigt sich von ihrer authentischen Seite, ohne die Sommergeschäftigkeit. In den gemütlichen Cafés, wo eine heiße Schokolade etwa 3 Euro kostet, sitzen Einheimische und Studenten, und die Atmosphäre ist entspannt und einladend. Die Buchhandlungen und kleinen Geschäfte nehmen sich Zeit für ihre Kunden, und die Kinder können in Ruhe stöbern.
Die kurzen Tage bedeuten auch frühe Dämmerung, und wenn ab 17 Uhr die Lichter an den Grachten angehen, entfaltet Leiden einen romantischen Zauber. Die beleuchteten Brücken spiegeln sich im Wasser, und ein Abendspaziergang durch die stillen Gassen wird zu einem unvergesslichen Familienerlebnis.
Mit einem Tagesbudget von etwa 150 bis 180 Euro kann eine vierköpfige Familie in Leiden komfortabel leben: Unterkunft, Verpflegung mit einigen Restaurantbesuchen, Museumseintritte und Transport sind darin enthalten. Im Vergleich zu vielen anderen europäischen Städten ist das ein hervorragendes Preis-Leistungs-Verhältnis, besonders wenn man bedenkt, welche kulturelle Vielfalt und historische Tiefe geboten wird. Leiden im Januar ist ein Beweis dafür, dass großartige Familienerlebnisse nicht teuer sein müssen – manchmal braucht es nur die richtige Stadt zur richtigen Zeit.
Inhaltsverzeichnis
