Diese Zeitkapsel aus dem 16. Jahrhundert kostet Familien im Januar weniger als ein Kurztrip nach Paris – und die Kinder werden den Urlaub nie vergessen

Während Europa im Januar unter grauen Wolken und eisigen Temperaturen ächzt, erstrahlt auf der anderen Seite des Globus eine Stadt in goldenem Sonnenlicht, die wie aus der Zeit gefallen scheint. Vigan auf den Philippinen bietet Familien im Januar eine faszinierende Mischung aus kolonialem Charme, kultureller Authentizität und tropischem Klima – und das alles zu Preisen, die das Reisebudget kaum belasten. Ein verlängertes Wochenende in dieser UNESCO-Welterbestadt verspricht Abenteuer für die Kleinen, Entspannung für die Erwachsenen und Instagram-würdige Momente für alle.

Warum Vigan im Januar perfekt für Familien ist

Der Januar zählt zu den angenehmsten Monaten auf den Philippinen. Die Regenzeit liegt hinter euch, die Temperaturen bewegen sich bei angenehmen 24 bis 28 Grad Celsius, und die Luftfeuchtigkeit ist erträglicher als in anderen Monaten. Für Familien mit Kindern bedeutet das: keine schweißtreibenden Märsche durch die Straßen, sondern gemütliches Erkunden ohne ständige Trinkpausen oder erschöpfte Kleinste auf dem Arm. Die Sonne scheint zuverlässig, ohne dass ihr euch Sorgen um plötzliche Tropenregen machen müsst.

Vigan selbst ist kompakt genug, um es an einem Wochenende kennenzulernen, aber reich genug an Sehenswürdigkeiten, dass keine Langeweile aufkommt. Die Stadt wirkt wie eine Zeitkapsel aus dem 16. Jahrhundert, als spanische Kolonialherren hier ihre Spuren hinterließen. Die kopfsteingepflasterten Straßen, die von jahrhundertealten Häusern gesäumt sind, erzählen Geschichten, die eure Kinder in keinem Schulbuch finden werden.

Das Herz der Stadt: Calle Crisologo und koloniales Erbe

Der Spaziergang durch die berühmte Calle Crisologo sollte ganz oben auf eurer Liste stehen. Diese Straße ist das Aushängeschild Vigans – Kopfsteinpflaster, das unter euren Füßen knarzt, herrschaftliche Häuser mit Holzbalkonen und schmiedeeisernen Verzierungen, die im Nachmittagslicht besonders fotogen wirken. Am Abend, wenn die altmodischen Straßenlaternen angehen, entsteht eine Atmosphäre, die selbst technikbegeisterte Teenager von ihren Smartphones weglockt.

Besonders authentisch wird das Erlebnis mit einer Fahrt in einer traditionellen Kalesa – einer Pferdekutsche, die durch die Altstadt tuckert. Für etwa 8 bis 12 Euro könnt ihr euch eine halbstündige Tour gönnen, die den Kindern garantiert ein Strahlen ins Gesicht zaubert. Der Kutscher erzählt meist Anekdoten über die historischen Gebäude, auch wenn nicht alle perfekt Englisch sprechen. Genau diese ungefilterte Authentizität macht den Charme aus.

Museen, die nicht langweilen

Vigan überrascht mit einer Vielzahl kleiner Museen, die in historischen Herrenhäusern untergebracht sind. Der Eintritt liegt meist zwischen 1 und 2 Euro pro Person, Kinder zahlen oft die Hälfte oder kommen kostenfrei hinein. Die Räume sind vollgestopft mit Antiquitäten, alten Möbeln, religiösen Artefakten und Exponaten aus der Kolonialzeit. Für jüngere Kinder wirkt das wie ein begehbares Märchenbuch – alte Betten mit Moskitonetzen, mysteriöse Truhen und Gemälde von Menschen in merkwürdiger Kleidung.

Besonders spannend: In einigen dieser Häuser wohnen noch immer Nachfahren der ursprünglichen Besitzerfamilien, die gelegentlich persönlich durch die Räume führen und aus dem Nähkästchen plaudern. Diese persönliche Note macht Geschichte lebendig und vermittelt euren Kindern mehr als jeder Museumsaudioguide.

Handwerk zum Anfassen

Vigan ist berühmt für traditionelles Kunsthandwerk, und im Januar könnt ihr den Meistern bei der Arbeit zusehen, ohne dass euch Touristenmassen den Blick versperren. Besonders faszinierend für Familien ist die Töpferei in den umliegenden Stadtteilen. Hier entstehen noch immer Gefäße nach jahrhundertealten Methoden. Manche Werkstätten erlauben euren Kindern sogar, selbst Hand anzulegen – eine matschige Angelegenheit, die garantiert zu den Urlaubshighlights gehören wird.

Die Webereien sind ebenfalls einen Besuch wert. An traditionellen Holzwebstühlen entstehen komplizierte Muster für Textilien, die später auf den Märkten verkauft werden. Der rhythmische Klang der Webstühle und die flinken Hände der Weberinnen hypnotisieren Jung und Alt gleichermaßen. Souvenirs direkt vom Hersteller kosten einen Bruchteil dessen, was ihr in Touristenläden zahlen würdet – ein Schal oder kleines Tuch bekommt ihr schon ab 5 Euro.

Kulinarische Entdeckungen für kleine und große Gaumen

Die philippinische Küche ist kinderfreundlicher als viele asiatische Küchen, da sie weniger scharf gewürzt wird. In Vigan solltet ihr unbedingt das lokale Gericht Empanada probieren – eine knusprige, frittierte Teigtasche gefüllt mit Ei, Gemüse und manchmal Fleisch. An den Straßenständen kostet ein Stück etwa 1 Euro, und die Kinder lieben es, weil man es mit den Händen essen kann.

Die lokalen Märkte sind ein Fest für die Sinne. Exotische Früchte wie Rambutan, Lanzones oder Mangostane gibt es für Centbeträge, und eure Kinder können hier spielerisch neue Geschmäcker entdecken. Ein Kilogramm der süßesten Mangos, die ihr je gegessen habt, kostet keine 2 Euro. Plant einen Marktbesuch am frühen Morgen ein, wenn die Stände frisch bestückt sind und das geschäftige Treiben am intensivsten ist.

Für Mahlzeiten in einfachen Lokalen rechnet mit 3 bis 5 Euro pro Person für ein sättigendes Essen. Reis mit gegrilltem Fisch oder Hähnchen, dazu Gemüse – simpel, lecker und preiswert. Viele Familienbetriebe bieten große Portionen, die sich auch teilen lassen, wenn die Kinder kleine Esser sind.

Praktische Tipps für die Anreise und Fortbewegung

Vigan liegt in der Provinz Ilocos Sur im Norden Luzons. Von Manila aus erreicht ihr die Stadt entweder mit dem Bus – eine zehn- bis zwölfstündige Fahrt, die über Nacht zurückgelegt werden kann, während die Kinder schlafen – oder ihr fliegt nach Laoag und nehmt von dort einen einstündigen Bus oder Van. Die Nachtbusse von Manila kosten etwa 15 bis 20 Euro pro Person und bieten überraschend komfortable Liegesitze.

Innerhalb Vigans kommt ihr wunderbar zu Fuß zurecht. Die Altstadt ist klein und überschaubar. Für längere Strecken oder wenn die Beine müde werden, stehen Tricycles bereit – motorisierte Dreiräder, die das Herz jedes Kindes höherschlagen lassen. Eine Fahrt innerhalb der Stadt kostet selten mehr als 1 Euro, selbst wenn ihr zu viert einsteigt. Verhandelt den Preis vorher, das gehört zum Spiel dazu und wird freundlich erwartet.

Übernachten wie Einheimische

Vigan bietet eine Palette von Unterkünften für jeden Geschmack. Besonders reizvoll sind die Heritage-Häuser, die zu Gästehäusern umfunktioniert wurden. Hier schlaft ihr in historischen Gemäuern mit antiken Möbeln, unter hohen Holzdecken und oft mit einem kleinen Innenhof. Ein Zimmer für die Familie kostet zwischen 30 und 50 Euro pro Nacht – ein Schnäppchen für diese Authentizität.

Wer es noch günstiger möchte, findet saubere, einfache Pensionen ab etwa 20 Euro für ein Familienzimmer. Die Besitzer geben oft die besten Tipps für Restaurants abseits der Touristenpfade und helfen bei der Organisation von Ausflügen. Klimaanlage ist in den meisten Unterkünften Standard, was im Januar zwar nicht zwingend nötig ist, aber für europäische Familien den Komfort erhöht.

Ausflüge in die Umgebung

Ein Wochenende in Vigan lässt auch Zeit für einen Abstecher ans Meer. Die Strände bei Cabugao oder Currimao liegen etwa 30 bis 45 Minuten entfernt. Hier trefft ihr hauptsächlich Einheimische, die ihren freien Tag verbringen. Das Wasser ist im Januar angenehm warm, die Wellen sanft genug für Kinder. Ein gemieteter Van für die Familie kostet für den Tag etwa 30 bis 40 Euro – teilt ihr euch mit einer anderen Familie, wird es noch günstiger.

Die Sanddünen von La Paz bieten Abenteuer für Teenager und mutige Eltern. Sandboarding die Dünen hinunter lässt das Adrenalin steigen, und die Wüstenlandschaft direkt am Meer bietet ungewöhnliche Fotomotive. Die Anfahrt dauert etwa eine Stunde, und ein Tagesausflug kostet inklusive Aktivitäten etwa 20 bis 25 Euro pro Person.

Respekt und Vorbereitung

Die Menschen in Vigan sind außergewöhnlich gastfreundlich, besonders wenn sie sehen, dass ihr mit Kindern reist. Philippiner lieben Familien, und eure Kleinen werden überall angelächelt und oft in Gespräche verwickelt. Ein paar Brocken Tagalog wie „Salamat“ (Danke) oder „Magandang araw“ (Guten Tag) öffnen zusätzliche Türen.

Packt Sonnencreme mit hohem Lichtschutzfaktor ein – die tropische Sonne ist stärker, als sie sich anfühlt. Leichte, atmungsaktive Kleidung ist ideal, und für Kirchenbesuche sollten Schultern und Knie bedeckt sein. Ein kleiner Tagesrucksack mit Wasserflaschen, Snacks und Pflastern gehört zur Grundausstattung für Erkundungstouren mit Kindern.

Vigan ist sicher, selbst späte Abendspaziergänge durch die beleuchtete Altstadt sind unproblematisch. Die üblichen Vorsichtsmaßnahmen wie überall auf Reisen reichen aus. Wertsachen im Hotel lassen, Taschen im Blick behalten – mehr braucht es nicht.

Ein Wochenende in Vigan zeigt eurer Familie eine Seite Asiens, die authentisch, zugänglich und überraschend erschwinglich ist. Statt überlaufener Strände und standardisierter Resorts erwartet euch eine Stadt, die ihre Seele bewahrt hat und bereit ist, sie mit euch zu teilen. Der Januar bietet dafür die perfekten Rahmenbedingungen – und die Erinnerungen, die eure Kinder mit nach Hause nehmen, sind unbezahlbar.

Welches Vigan-Erlebnis würde dich am meisten reizen?
Pferdekutsche durch die Altstadt
Töpfern mit den Kindern
Empanada an Straßenständen probieren
Sandboarding auf Meeresdünen
In historischem Kolonialhaus schlafen

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